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AtomkraftwerkeEinleitungAtomkraftwerke wurden gebaut um elektrische Energie (Strom) zu erzeugen.
Neben dieser sinnvoll zu nutzenden Energie entstehen in den Kernkraftwerken auch
noch Abfallprodukte. Bei dem Reaktorbetrieb zerfällt das Uran in den
Brennstäben. Kernkraftwerke produzieren ständig ausgebrannte
Brennstäbe. Nach einem Jahr müssen z.B. in einem Leichtwasserreaktor
etwa 1/3 aller Brennstäbe ausgewechselt werden. Ein Kernkraftwerk mit einer
Leistung von etwa 1000 Megawatt verbraucht im Jahr rund 30000 kg Uran. Diese
30000 kg sind durch die Kernspaltung so verändert, daß sie im Reaktor
nicht mehr funktionieren und damit wertlos sind.
Frische Brennstäbe strahlen noch vergleichsweise gering. Abgebrannte
Brennstäbe dagegen strahlen um ein vielfaches stärker. Die
Radioaktivität beträgt nun einige Millionen Curie.
Die aus dem Atomkern übrig gebliebenen Isotope von Strontium,
Plutonium, Jod, Cäsium, Kypton-85 usw. sind Stoffe, die über Hunderte,
einige sogar über Tausende von Jahren radioaktive Strahlung abgeben. Rund
250000 kg dieses Mülls fallen allein pro Jahr in zur Zeit 18 deutschen
Atomkraftwerken an. Für diesen Abfall gibt es nur 2 Möglichkeiten: die
Wiederaufbereitung und die sogenannte Endlagerung.
Die WiederaufbereitungDie im Kernkraftwerk ausgebrannten Brennstäbe können
zunächst nicht aus dem Reaktorgebäude transportiert werden. Die
Brennstäbe sind so radioaktiv, daß sie mit ferngesteuerten Greifern
im Kernkraftwerk in ein Wasserbecken unmittelbar neben dem Reaktor gelagert
werden müssen. Im Laufe eines Jahres verringert sich dadurch ihre Strahlung
um etwa ein Dreißigstel.
Danach werden die Brennstäbe in ein Zwischenlager, z.B. nach Gorleben
in Niedersachsen gebracht. Aus den Zwischenlagern wird ein Teil der
Brennstäbe in Wiederaufbereitungsanlagen transportiert. In der
Wiederaufbereitungsanlage angekommen werden die Brennstoffe erneut in
Wasserbecken gelagert, solange bis sie wiederaufbereitet werden können.
Wenn die Stoffe aus dem Wasserbecken entnommen werden, werden sie in eine Kammer
gebracht, wo die äußeren Hüllen der Brennstäbe entfernt
werden. Die Brennstäbe werden nun mit ferngesteuerten Werkzeugen
zersägt und in Salpetersäure aufgelöst. Durch diesen Prozeß
lösen sich radioaktive Abfälle und Brennstoffe auf (wenn auch nicht
vollständig). Die Werkzeuge und die Brennstäbe befinden sich hinter 2m
dicken Betonmauern mit Fenstern. Die Fenster bestehen aus bleihaltigem Glas,
welches die Strahlung zurückhält. Durch verschiedene chemische
Prozesse werden dann die einzelnen Stoffe voneinander getrennt und
zurückgewonnen, wobei das Uran-235 und das Plutonium wieder zu neuen
Brennstoffen verarbeitet werden. Der strahlende Rest muß endgelagert
werden.
In Deutschland gibt es keine Wiederaufbereitungsanlage. In Europa, gibt es
2 Wiederaufbereitungsanlagen in Großbritannien (Sellafield, Dounreay) und
eine in Frankreich (La Hague). Deutschland muß seine
wiederaufzubereitenden Stoffe somit ins Ausland transportieren, wofür das
aufnehmende Land hohe Gebühren kassiert. Um 1980 war es geplant eine
Wiederaufbereitungsanlage im bayrischen Wackersdorf zu bauen. Durch Proteste der
Bevölkerung wurden diese Pläne, trotz der investierten 2,6 Milliarden
DM Steuergelder, nicht realisiert.
Neben den Transporten zu den Wiederaufbereitungsanlagen bieten diese selbst
einige Risiken.
An der englischen Westküste wird das Werk Sellafield von der
staatlichen British Nuclear Fuels Ltd.(BNFL) betrieben. Laut Greenpeace hat die
BNFL bis heute zwischen 500 und 1000 Kilo hochgiftigen Plutoniums in einem
“kontrollierten Experiment“ in die Irische See geleitet.
Während des Projektes wurden angeblich auch zahlreiche andere giftige
Substanzen in die Irische See gelassen; insgesamt ca. 7 Millionen Liter
radioaktiver Flüssigkeit täglich. Im Umfeld der
Wiederaufbereitungsanlage Sellafield ist das Leukämierisiko für Kinder
etwa um das 10-fache höher als anderswo.
In den Anlagen La Hague und Dounreay sieht es laut Greenpeace nicht viel
besser aus.
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